Leuchtturm für Oranienburg

By 21. September 2018 | MOZ Pressestimmen Seite drucken

Am Wasser und im Grünen: So Sollen der 35 Meter hohe Speicher und sein Umfeld nach den Plänen von Graft Ende 2020 einmal aussehen.

Oranienburg (MOZ). Die Lkw sind unentwegt unterwegs. Tausende Tonnen von Aushub fahren sie vom
Gelände am alten Speicher ab. Dort errichtet die Hamburger TAS-Gruppe bis Ende 2020 insgesamt
286 Wohnungen in zwölf Häusern und im historischen Speicher.

„Es hat lange gedauert, bis wir hier beginnen konnten. Jetzt soll der gesamte Bauablauf aber kurz und knackig über die Bühne gehen“, sagt Stephan Oelze, Geschäftsführer der TAS-Oranienburg Projektgesellschaft, die seit 2017 alleiniger Eigentümer des rund 15 800 Quadratmeter großen Grundstücks in bester Innenstadtlage ist. In zwölf von Graft – einer international renommierten Berliner Gesellschaft für Architekten – entworfenen fünfgeschossigen Neubauten entstehen 264 Wohnungen, weitere 22 im einstigen Getreidespeicher, der 1917 errichtet wurde und seit 1995 unter Denkmalschutz steht. Rund 70 Millionen Euro investiert die inhabergeführte TAS-Gruppe, die deutschlandweit aktiv ist, in Oranienburg.

„Wir legen Wert auf eine gute soziale Mischung von Mietern und Eigentümern“, sagt Oelze. Neben jungen Familien sollen sich auch Singles und Senioren in den hochwertig mit Parkett und Einbauküchen ausgestatteten Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen wohlfühlen. Für größere Familien sind auch einige Wohnungen mit vier und fünf Zimmern dabei. Die Mietpreise werden sich zwischen acht und zwölf Euro je Quadratmeter bewegen. Bis Ende 2020 sollen die kompletten Arbeiten abgeschlossen werden, erst dann könnten die Mieter einziehen. „Wir wollen nicht, dass die Leute auf eine Baustellen ziehen“, betont Stephan Oelze. Derzeit werde noch geprüft, wie viele der neuen Wohnungen vermietet oder als Eigentumswohnungen verkauft werden sollen. Entschieden sei auch noch nicht, ob die TAS-Gruppe den neuen Bestand im Herzen Oranienburgs behalte oder später weiter veräußere. „Wegen der architektonischen und städtebaulichen Qualität stehen die Chancen aber gut, dass wir diesen hochwertigen Bestand selber halten“, sagt Oelze. Es gebe bereits zahlreiche Nachfragen von Interessenten, die gern im oder am Speicher wohnen würden. Mit der Vermarktung der neuen Wohnungen werde aber frühestens Ende 2019 begonnen.

Noch aber ist es nicht soweit, wird auf dem Gelände fleißig weiter gewühlt, fressen sich Bagger immer tiefer in den sandigen Boden. Der muss bis zu vier Meter tief ausgehoben werden, um Platz für zwei langgestreckte Tiefgaragen mit insgesamt 210 Stellplätzen zu schaffen. Sie enstehen unter den neuen Häusern entlang des Louise-Henriette-Stegs sowie auf der der Seite des Speichers entlang des Havelarms. Erste Baugruben dafür sind bereits ausgekoffert, aber noch nicht tief genug ausgehoben. Mit speziellen Rüttelstopfsäulen, die noch ins Erdreich einzubringen sind, verfestigt die Firma Keller Grundbau aus Germendorf den Boden, um ihn für die Neubauten hinreichend tragfähig zu machen. Die Zufahrt zu den beiden Tiefgaragen liegen neben der jetzigen Baustellenzufahrt gegenüber der Willy-Brandt-Straße an der Lehnitzstraße. Der gesamte Innenbereich zwischen den Häusern wird begrünt, bleibt autofrei und ist öffentlich zugänglich und nur Fußgängern vorbehalten. Vor den Erdgeschosswohnungen zum Innenhof hin werden Grünflächen entstehen, die die Mieter privat nutzen können. Die Erdgeschosswohnungen der Häuser entlang der Lehnitzstraße werden als Hochparterre angelegt, um den Mieter eine Privatsphäre zu sichern. Ansonsten sollen alle Wohnungen in den oberen Geschossen Balkone bekommen und mit Aufzügen, die bis in die Tiefgaragen führen, erreichbar sein.

Stephan Oelze lobt die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Oranienburg und auch den Stadtwerken. Mit denen hat die TAS-Gruppe einen Zehnjahresvertrag über die Wärmeversorgung der neuen Siedlung abgeschlossen. Die Stadtwerke werden auf dem Gelände ein erdgasbefeuertes Blockheizkraftwerk errichten und betreiben. Für den Fall, dass die erzeugte Wärme in extremen Wintern nicht ausreichen sollte, liefern die Stadtwerke Fernwärme. „Durch diese Kooperation erzielen wir eine sehr gute Energiebilanz und erreichen den KfW-55-Standard“, freut sich Oelze.

Bis Ende November soll der Bodenaushub abgeschlossen sein und mit den Rohbau der neuen Wohnungen begonnen werden. Eine Grundsteinlegung für „Wohnen am Speicher“ ist für den 26. Oktober, den Tag der Lichternacht, geplant. „Der Getreidespeicher wird zu einem Leuchtturm für Oranienburg und zu einem ganz besonderen Zuhause für diese Stadt werden“, ist Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) überzeugt.

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Quelle: MOZ.de, Friedhelm Brennecke